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Presseartikel schreiben mal anders!

Presseartikel lesen ist informativ. Doch können Sie sich danach an alle Fakten erinnern? 

 

Schreiben Sie Ihre Pressemitteilung für Ihren Verein oder Ihr Unternehmen doch mal als Geschichte. Denn es ist erwiesen, dass sich das Gehirn Geschichten besser merken kann. Denn durch Geschichten entstehen Bilder - die ideale Sprache fürs Gehirn.

 

Ich bin zwar keine ausgebildete Pressereferentin und Texterin, jedoch habe ich in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit viele hilfreiche Tipps bekommen und Bücher zum Thema Storytelling gelesen. Und das wende ich an.

Emotionslos oder gefühlsbetont?

Sie haben ein tolles Event gehabt und möchten nun darüber schreiben? Vielleicht schreiben Sie so:

 

"Am 3. März 2013 kamen 260 Besucher zu uns in die Heimatscheune nach Dorfkirchen. Der Bürgermeister Eberhard Oberhaupt begrüßte die Gäste. Danach sang die Volksliedgruppe die drei Stücke Sonnengruß, Lied aus den Bergen und Trachtentanz. Danach haben die Kinder eine kleines Theaterstück aufgeführt mit dem Titel "Der kleine Wolf". Der Kleinste auf der Bühne war 4 Jahre alt. Anschließend gab es Kaffeetrinken und die Gäste schauten sich in der Scheune um. Um 18 Uhr war die Veranstaltung beendet."

 

Schließen Sie die Augen und geben wieder, was in der kurzen Mitteilung stand. Vielleicht gelingt es Ihnen, fast alles zu erzählen. 

 

Was mich aber noch mehr interessiert: Was haben Sie beim Lesen gefühlt? Was haben Sie vor Ihrem inneren Auge gesehen? Welche Emotionen hatten Sie?

Ihre Leser leben mit

Die letzte Frage ist die Wichtigste: Welche Emotionen hatten Sie beim lesen der Mitteilung? Ich persönlich wäre eher gleichgültig geblieben. Die Mitteilung hätte mich nicht gepackt.

 

Wie wäre es, die Leser, die bei Ihrer Veranstaltung nicht dabei sein konnten, mit auf die Reise zu nehmen? Übermitteln Sie die Emotionen, die diese Veranstaltung bei Ihnen ausgelöst haben. 

 

Vielleicht so:

 

"Ein sonniger Nachmittag im März bringt die Heimatscheune in Dorfkirchen zum Leuchten. Der Oberbürgermeister Eberhard Oberhaupt begrüßt die Gäste auf dem großen Scheunenplatz: "Sie als Dorfkirchener haben hier ein ganz besonderes Schmuckstück. Ich bin froh, dass ich heute hier sein kann." Die Besucher folgen den freundlichen Worten des Bürgermeisters gespannt weiter. Nach seiner Rede positioniert sich die Volksliedgruppe auf der kleinen Bühne und singt vor dem lauschenden Publikum ihre Lieder von Sonne und Bergen. Auf derselben Bühne führen die Kinder anschließend ihr Theaterstück "Der kleine Wolf" auf. Der Kleinste ist gerade mal 4 Jahre alt. Nach vielen Fotos und Applaus unterhalten sich Eltern und Gästen beim gemütlichen Kaffeetrinken, andere erleben in der Scheune historisches Handwerk hautnah. Während die Gäste nach Hause gehen taucht die Abendsonne die Heimatscheune in ein wohlig warmes Licht."

Was war anders?

Nun, wie war es dieses Mal? Haben Sie Bilder vor Augen, nachdem Sie den Artikel gelesen haben? Sicher ist es schwierig, jede Mitteilung in eine Geschichte zu verpacken, aber ein Versuch lohnt sich. Geben Sie Ihren Lesern das Gefühl, dabei gewesen zu sein.

 

Nutzen Sie Adjektive und Zitate. Sorgen Sie dafür, dass Sie mit Ihren Worten die Stimmung wiedergeben. Nutzen Sie eine bildhafte Sprache; Worte mit denen unmittelbar Emotionen geweckt werden.

Verwenden Sie Zitate.

 

Meiden Sie Wortwiederholungen und das Wort "werden, wurden".

 

Und vermeiden Sie Fremdworte.

 

Beispiele aus eigener Feder

Um ein wenig in meine Arbeit hineinzuschnuppern und für Anregungen lesen Sie doch einfach meine kürzlich verfassten Pressemitteilungen:

 

Erleben Sie hier einen Römertag: http://www.giessener-zeitung.de/lahnau/beitrag/84328/roemertag-begeistert-weit-ueber-1000-besucher/

 

Oder reisen Sie mit nach Haltern: http://www.giessener-zeitung.de/lahnau/beitrag/82821/roemische-reise-von-waldgirmes-nach-haltern/

 

Schauen Sie einer Politikerin über die Schulter: http://www.giessener-zeitung.de/lahnau/beitrag/83911/bundestagskandidatin-dagmar-schmidt-besucht-foerderverein/

 

 

Vielleicht haben Sie auch Pressemitteilungen, die Sie empfehlen können? Dann freue ich mich über Ihre Kommentare!

 

Ihre Marketingberaterin

Susanne Burzel