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Eigentor für die SPD?

Merkels Kompetenz-Team auf dem SPD-Wahlplakat

Die SPD hat die neuen Wahlplakate für die kommende Bundestagswahl vorgestellt. 

Was erwarten Sie als Wähler auf dem Plakat? Bestimmt den Kanzlerkandidaten.

 

Denn so ist es immer. Die Parteien werben mit Gesichtern Ihrer Kandidaten. Und das ist von den Wählern so gelernt. 

 

Nun entdeckt der Wähler jedoch auf den Plakaten die Amtsinhaberin Angela Merkel. Wird er stutzen? Wird er sich deswegen das Plakat genau durchlesen? Wird er verstehen, um was es geht? Wird es ihm überhaupt auffallen?

 

Das Gehirn arbeitet effizient.

Aus Neuromarketing-Sicht betrachtet schaut der Wähler das Plakat kurz an und erfasst auf die Schnelle die wesentlichen Informationen. Das ist in unten stehendem Falle das Bild der Kanzlerin und der Teil des Textes "Beste Regierung".

 

Auch wenn die Plakate in der Presse diskutiert werden, so bekommt doch nicht jeder Wähler diese Diskussion mit.

 

Da der Wähler, wie eben kurz erwähnt, gelernt hat, dass stets die (eigenen) Kandidaten auf den Wahlplakaten zu finden sind, ordnet das Gehirn sehr wahrscheinlich das Plakat der CDU zu. Punkt für die Kanzlerin.

 

Einfach gewinnt.

Hilfreich? SPD Wahlplakat mit Angela Merkel

Sie werden sicher einwenden, das Plakat beinhaltet noch weitere Informationen. Ich schätze jedoch, die Erfassung aller Details werden dem Gehirn zu anstrengend sein. Damit wird sich das Gehirn nicht weiter beschäftigen, denn es warten noch zahlreiche andere Reize in der Umwelt darauf, verarbeitet zu werden.

 

Da bekanntermaßen Bilder besser und schneller wirken als der Text, wird hier meiner Meinung nach eindeutig Werbung für Angela Merkel gemacht. Das Gehirn prägt sich vorzugsweise das Bild ein. Angela Merkel bei der Arbeit.

 

Und gestaltet die CDU - wovon ich ausgehe - ihre Plakate ebenfalls mit der Kanzlerin, verliert der Kanzlerkandidat Steinbrück immer mehr sein Gesicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. 

 

Und jetzt?

Leider ist die Werbewirksamkeit von Plakaten schwer zu beziffern. 

 

In diesem Zusammenhang fällt mir die Geschichte ein, als eine dörfliche Allee von einer Partei A mit Plakaten versehen wurde auf denen stand: "Wählt nicht die Partei B". Raten Sie, wer die Wahl gewann?

Es war die Partei B. Denn das Gehirn hat das Wort "nicht" einfach ausgeblendet. 

 

Trotzdem gehe ich davon aus, dass diese Werbekampagne der SPD mehr schaden als nützen wird. Ich bin daher sehr gespannt, ob "Das Wir" gewinnt. Oder doch die Dame auf den Plakaten. 

 

Ihre Marketingberaterin 

Susanne Burzel

 

PS: Die Motive der Wahlplakate stammen von der Webpräsenz der SPD und sind zum herunterladen und teilen freigegeben.